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Solare Stromversorgung von Ärztehäusern in Kuba

KarEn unterstützt den "Plan Turquino" (so genannt nach dem höchsten Berg Kubas) zur Entwicklung der schwer zugänglichen Bergregionen in der Sierra Maestra durch Förderung der Elektrifizierung dortiger Gesundheitsstationen mit Hilfe der Photovoltaik, bei der bekanntlich die direkte Umwandlung von Sonnenstrahlung in Elektroenergie erfolgt.

Bis 1993 gab es in 330 Bergdörfer keine Elektrizität, da sie nicht ans nationale Stromnetz angeschlossen sind. Auf Grund dieses Plans wurden bisher 311 Ärztehäuser auf photovoltaischem Wege mit kubanischer Technik und Fachleuten elektrifiziert.

KarEn ist mit 16 Organisationen weltweit an diesem Projekt beteiligt und arbeitet mit einigen direkt zusammen. So die kanadische Nichtregierungsorganisation CSTM, Solidaritätsdienst International e.V. Berlin (SODI), Sonne für Kuba Wien, Cuba Sí Dresden, Antifa Treptow Berlin und der Freidenkerverband Rheinland-Pfalz/Saar.

Bis Ende Juli 2000 hat KarEn die Ausstattung von 63 Ärzte- und Schwesternhäuser mit Photovoltaik-Anlagen (PVA) zur Elektroenergieversorgung in den Bergen der Sierra Maestra bzw. der Sierra Cristal, so in den Provinzen Grana, Guantánamo und Santiago de Cuba gefördert und dabei mit anderen Organisationen kooperiert.

Für 9 Ärztehäuser wurden die Spenden direkt von KarEn eingeworben. Im Jahre 2001 hat KarEn gemeinsam mit SODI e.V. für die Elektrifizierung von 9 Ärztehäusern im Municipio Segundo Frente, Provinz Santiago de Cuba, die finanziellen Mittel sowohl durch Spenden, als auch durch eine Finanzierung bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken bereit gestellt.

Damit leisten wir einen Beitrag zur Verbesserung des kubanischen Gesundheitssystems. Den Ärzten und Schwestern ist es nun möglich, auch bei Eintritt der Dunkelheit Patienten zu behandeln. Zur Ausstattung gehört ein kleiner Kühlschrank für die Lagerung empfindlicher Medikamente, ferner ein Fernsehapparat bzw. ein Radio, so dass die Ärztehäuser auch als soziokulturelle Zentren der Ortschaften wirken können. Die gesamte Technik wird in Kuba gebaut und durch Kubaner installiert und gewartet.

In mehr als 50% der elektrifizierten Ärztehäuser gibt es bereits ein Funktelefon, und außerdem erhalten sie künftig eine tragbare stoßfeste Solarlampe, die ebenfalls auf fotovoltaischem Wege aufgeladen wird. Sie sichert dem Arzt bei Hausbesuchen bessere Bedingungen bei der Behandlung bettlägeriger Patienten in der Dunkelheit.

Da die Batterien, die für die Speicherung des Solarstromes notwendig sind, nur eine begrenzte Lebensdauer haben, ist es notwendig, auch Mittel für die Ersatzbeschaffung bereit zu stellen. Deshalb benötigen wir auch weiterhin Spenden für dieses wichtige Projekt.

In enger Zusammenarbeit mit dem kanadischen "Comité de Solidarité Tiers-Monde" haben wir in der Provinz Holguin in den 4 abgelegenen Dörfern Los Veros, La Melba, Calentura und Cayo Grande, die nicht vom nationalen Netz versorgt werden können, die Ärztehäuser mit Hilfe von Fotovoltaik elektrifiziert. Damit wird die medizinische Versorgung von 2.481 Einwohnern, darunter 642 Kinder und 239 Ältere, wesentlich verbessert, denn der Arzt hat dann mit Hilfe der Sonne Elektrizität im Haus, einen Kühlschrank für verderbliche Medikamente und ein Funktelefon, um sich mit dem nächstgelegenen Krankenhaus zu beraten.

Die kubanische Regierung will langfristig auch Wohnhäuser in diesen Gebieten mit Solarstrom versorgen. KarEn wird dieses Vorhaben unterstützen.

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