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Elektrifizierung von zwei Bergdörfern in der Provinz Artemisa/Kuba

Batey El Toro und El Brujito sind zwei Dörfer in den Bergen der Provinz Artemisa im Westen Kubas, die durch die Hurrikans 2008 schwer betroffen wurden. 80% der Wohnhäuser, zwei Grundschulen, die Ärztehäuser und viele andere Gebäude wurden zerstört.

Dort gibt es keinen Strom, die Familien haben weder Beleuchtung noch Kühlschrank oder Fernseher. Viele Familien haben die Dörfer verlassen, obwohl dort der beste Kaffee angebaut wird. Diese Dörfer sind sehr abgelegen und die einzelnen Häuser hunderte Meter voneinander entfernt, so dass ein Anschluss an das zentrale Stromnetz nicht finanziert werden kann.

KarEn hat sich entschieden, die Wohnhäuser, die Grundschulen und Ärztehäuser durch den Einsatz von Solarpaneelen zu elektrifizieren und damit wesentlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Familien und ihrer Kinder beizutragen. Außerdem sollen zwei Waschstützpunkte, eine Tienda und ein Dorfklub mit Solarstrom versorgt werden.

Mitglieder von KarEn waren im Oktober 2012 in beiden Dörfern, um sich mit den konkreten Bedingungen vertraut zu machen. Gemeinsam mit der Firma Phaesun aus Memmingen werden wir den Elektrifizierungsplan für jedes Gebäude erarbeiten und im zweiten Halbjahr die Anlagen für das Dorf Batey El Toro nach Kuba schicken. Die Installation wird durch kubanische Fachleute vorgenommen.

Die Elektrifizierung von Batey El Toro wurde am 4. Februar 2014 und die von El Brujito am 25. Juli 2014 abgeschlossen. Es war eine echte Gemeinschaftsarbeit von vier kubanischen Ingenieuren der Firma Copextel, drei Mitgliedern von KarEn, dem Techniker der deutschen Lieferfirma Phaesun, Jürgen Großer, unserem Dolmetscher Jesus Irsula und vor allem der Mehrheit der Bewohner.

Dieses Projekt ist das bisher Eindruckvollste und Wirksamste unseres solidarischen Wirkens in Kuba. Wir haben nicht einfach Technik installiert, sondern die Betroffenen haben von Anfang an aktiv mitgearbeitet beim Transport der Batterien, bei der Installation der Paneele, das Setzen der Strommasten für 500 Meter Freileitungen usw. Noch nie Elektrizität gehabt zu haben und plötzlich wird ihr Traum von Beleuchtung in den Wohnräumen, von Kühlschrank, Radio u.a. elektrischen Kleingeräten wahr - das hat die Kaffeebauern stark motiviert für ihre künftige Arbeit, um mehr Kaffee, Gemüse und Obst für eine bessere Versorgung der Bevölkerung zu liefern.

68 Wohnhäuser wurden mit je einer Einzelanlage bestehend aus vier langlebigen Batterien, einem Wechselrichter, einem Laderegler, drei Solar-Paneelen sowie Schaltern, Steckdosen und Lampen ausgestattet - pro Haus 550 Watt. Außerdem installierten wir zwei zentrale Anlagen, bestehend aus je zwei Wechselrichtern, zwei Ladereglern und 32 Paneelen mit einer Leistung von 2,6 kW. Sie versorgen den Klub mit Musikanlage, den Verkaufsladen mit Kühlschrank und Tiefkühltruhe, das Genossenschaftsbüro, die Ambulanz und die Schule.

Das Projekt ist ein großer Erfolg und stimulierte den Wunsch auch in weiteren abgelegenen Gebieten der Provinz Artemisa Häuser und Einrichtungen zu elektrifizieren. Karen wird dafür ein neues Projekt vorbereiten und die Freunde Kubas rechtzeitig informieren.

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